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Pastoralbüro

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Veranstaltungen

Gottesdienste

Raumgestaltung Kirche Sankt Rochus

Neue Herausforderungen gemeinsam gehen

Der Kircheninnenraum Sankt Rochus hat sich zu Aschermittwoch verändert. Eine Veränderung, nicht mal nebenbei, die für Gesprächsstoff und unterschiedliche Empfindsamkeiten sorgt.

 

Blicken wir noch einmal auf das Gegebene: Die planerische Konzeption der Kirche Sankt Rochus wurde in ihrer baulichen Ausführung nicht ganz konsequent umgesetzt. So gibt es seit vielen Jahren, wie Sie wissen und auch in Teilschritten schon miterlebt haben, das Bestreben, dies in einem Prozess der Anpassung auszugleichen. Das hat nicht nur ästhetisch beachtliche Aspekte. Vielmehr werden die im Raum grundgelegten Formate von Kreis – Dreieck – Quadrat in ihrer Bezogenheit aufeinander eine spirituelle Kraft entfalten, in der wir als Gemeinde und Liturgen ein Teil sind und die Anpassungsleistungen von uns erwarten. Eine Form gestaltet auch den Inhalt.

 

Denn Kreis – Dreieck – Quadrat sind erstmal geometrische Grundfiguren, jede in sich verschieden. Und doch wird sich der ein oder andere – vielleicht in Erinnerung an Mathematikunterricht vergangener Zeiten – an (Kreis-)Tangente, gleichseitige Dreiecke, Polygone, und Quadrate, die sich ergeben und ergänzen, erinnern. Diese geometrischen Grundformen, sie sind zugleich Ursymbole der Menschheit. So steht der Kreis für Unendlichkeit und Vollkommenheit, das Göttliche, Überirdische, das Dreieck für Stabilität und Beziehung, die innergöttliche als Dreifaltigkeit, aber auch die Beziehung Gott – Mensch sowie der Menschen untereinander. Das Quadrat wiederum umfasst das Irdische, wie wir es beispielsweise in den vier Himmelrichtungen finden. Kurzum, unser Kirchenraum Sankt Rochus birgt in seinem Grundschema all diese Grundformen und -symbole in sich und lässt sie uns erfahren.

 

Diese einander zumindest zunächst divergierend erscheinenden Formen und Symbole sind in unserem Kirchenraum vereinigt, doch noch nicht ganz „erweckt“, noch nicht zum Sprechen, zum Wirken gebracht. Denn leider wird dies in der alten Anordnung, der die Zentrierung fehlt, nicht deutlich, ja geradezu verhindert und so das, was der Raum meint, was er vermag und was er sein kann, nicht verwirklicht. Denjenigen, die sich mit den Plänen und Ideen des Architekten beschäftigen, wird dies sehr schmerzlich bewusst. Und dass es dort zu einer Art „Schieflage“ und Widersprüchlichkeit kommt, ist auch im Raum selbst spüren. Dies nun nachzubessern, anzugleichen, dem Raum seine Aussage, seine Wirkung zu geben, ist das, wozu wir uns seit ein paar Jahren auf den Weg gemacht haben.

 

Es ist mehr als ein Experiment. Der Altar ist vom ursprünglichen Altarraum in die Mitte des Raumes gesetzt, die durch den Grundstein markiert ist und der somit dadurch verdeckt ist. Der Altar steht damit im Mittelpunkt sich überlappender drei Kreise, im Innersten, im absoluten Zentrum, dem Herzstück des Raumes sozusagen. Dem Altar gegenüber steht der Ambo. Die Liturgie und das liturgische Geschehen rücken damit in die Mitte der Gemeinde. Sie kennen das Sich-Versammeln der Gemeinde um den Altar als Frucht des II. Vatikanischen Konzils. Das um den Altar versammelte Volk Gottes verbindet sich zur Mahlgemeinschaft. Zum Mahl der Liebe. Der Kreis wird durch den Priester geschlossen, der in persona Christi Brot und Wein wandelt. Christus in unserer Mitte gegenwärtig. Was unsere Mitte ist, wird durch die räumliche Anordnung verstärkt. Spürbar, wirksam, eindringlich und anschaulich dicht erlebbar.

 

Wir sind in Sankt Rochus auf diesem Weg. Dem Weg der Anpassung. Dem Weg der Zentrierung und Konzentration und Bezogenheit auf das Wesentliche. Auf dem Weg, die dem Raum innewohnende Kraft freizulassen. Sich entfalten zu lassen. Wirken zu lassen. Der Veränderungsprozess, der angestoßen ist, wird immer wieder überprüft, doch die Richtung scheint klar. Und ohne Frage: Veränderungen, ja, Änderungen von Gewohntem, so auch von Perspektiven, von dem, was man kennt, sind oft herausfordernd, ja, mitunter vielleicht auch schmerzvoll. Auch für den Zelebranten ist es neu, ungewohnt, herausfordernd.

 

Die Gestaltung des Innenraumes ist in einem Fluss befindlich. Die Erfahrungen mit der heutigen Gestaltung zu Beginn der Fastenzeit nehmen Einfluss auf die neue Gestaltung, um mit diesen weitere Erfahrungen zu machen. Es bleibt ein Prozess, der auch – und ganz sicher nicht zuletzt – ein geistlicher ist und der auch noch lange nicht abgeschlossen ist. Viel wurde noch am Karnevaldienstag gerückt und geräumt, um diese Form zu erstellen. Viel Zeit und Kraft investiert. Vieles ist noch zu optimieren. Akustik und Lichtführung hierbei nur zwei Beispiele. Die Platzierung des Ambo ein weiteres. Und mehr noch würden zu finden sein.

 

Unseren Kirchen – unseren 6 Kirchen im Gemeindegebiet – kompakt in kurzer Nähe zueinander stehend, gilt unsere Sorge und unsere Hinwendung. In ihnen das jeweils Besondere hervorzuheben und sie in ihrer Einmaligkeit zu würdigen gehört dazu, ihren Fortbestand und ihre Zukunft möglichst zu sichern. Die Kirche Sankt Rochus ist zudem seit ihrer Vollendung ein Kirchengebäude, das über die Gemeinde und über Düsseldorf hinaus Beachtung findet. Der Innenraum hat von Anfang an, seit seinem Bestehen viele Veränderungen erfahren. Langjährige Gemeindemitglieder können von so mancher Diskussion, Auseinandersetzung und von Umgestaltungversuchen erzählen.

 

Die Neuausrichtung des Innenraumes hat das Ziel, einen ganz individuellen liturgischen Raum zu gestalten, der einen besonderen Gottesdienst-Charakter ermöglicht. Die Architektur der Kirche bietet hierzu eine große und einzigartige Chance. Wir als Gemeinde, wir als diejenigen, die diesen Kirchenraum als „unseren“ bezeichnen und empfinden, wir sind auch der in ihr angelegten Konzeption verpflichtet, die all dies bereits in sich birgt. Sie ist Teil unserer Verantwortung für sie. Sie ist aber auch Teil einer geistlichen Botschaft weit über unsere Gemeindegrenzen hinaus.

 

Ich lade Sie herzlich ein, Ihre eigenen Erfahrungen auf diesem Weg zu machen. Mit sich selbst, der Spiritualität, der Raum- und der Gottesdiensterfahrung. Der Sakralraum Sankt Rochus hat eine eigene Definition, eine eigene Sprache. Lassen wir ihn sprechen und geben wir ihm die Zeit und die Möglichkeit dazu. Diesen Weg sind meine Vorgänger und die Gemeinde seit dem Neubau von Sankt Rochus gegangen und wir übernehmen diesen Weg und gehen ihn weiter.

 

Ihr

Pastor Heribert Dölle

 

 

 

Der Raum und Wir

Kirche Sankt Rochus in der Fastenzeit

Seit den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Architekten der Kirche St. Rochus, Paul Schneider-Esleben, reifen Pläne, die Kirche in ihrem Bestand zu sanieren und dabei auch auf die ursprüngliche, nicht vollständig umgesetzte Planung zurückzugreifen. Sie erinnern sich: Bereits im Advent 2015 beschritten wir einen ersten Ansatz hin zu einer sich anbietenden Sanierung mit wohlbedachten Veränderungen der an Variationsmöglichkeiten so reichen Architektur von Sankt Rochus: Die Gemeinde setzte sich in den Freiraum hinter dem Altar. Der große zentrale Raum, von Bänken befreit, zeigte sich in bestaunenswerter Anmut wie eine riesige Schale, leer, ausladend in einer ganz schlichten Geste: Der Schale als einem eindrucksvoll-einfachen Bild für eine auf Gott hin offene, ausgestreckte Hand, die sich nach dem von oben durch den Mauerring einfallenden Licht ausstreckt.

Diese erste Veränderung zeigte uns schon viele Fixpunkte im Raum. Neben dem Brennpunkt der ‚Ost-Schale‘, auf der der Altar stand, fiel ein Blick auf den der ‚Südwest-Schale‘ bzw. den der ‚Nordwest-Schale‘, hinter dem die Orgel steht. Doch zentraler noch ruhte das Augenmerk auf dem Mittelpunkt der dreischalig differenzierten ‚Rund‘-Kirche, dem weißen Grundstein aus Marmor. Auf ihm steht nun in der Fastenzeit der Zelebrationsaltar. Zugleich soll sich – von diesem ausgehend – ein gleichseitiges Dreieck öffnen, für Schneider-Esleben der Inbegriff des sakralen Raums, von dem aus sich uns eine neue Perspektive und ein neuer Zugang zu unserem Kirchenraum erschließen können. Ihnen allen eine herzliche Einladung, sich auf das Erleben unseres Bezogen- und Einbezogenseins als Gemeinde in diesen spirituell-kraftvollen und einzigartigen Raum einzulassen und in Beziehung zu treten. Untereinander, mit sich selbst, mit Gott.
 

Pfarrer Heribert Dölle